E-Scooter Geschwindigkeit erhöhen: Was legal ist

E-Scooter Geschwindigkeit erhöhen: Was legal ist

Wer „E-Scooter Geschwindigkeit erhöhen“ googelt, will meist mehr als 20 km/h. Die klare Antwort vorweg: Ein E-Scooter mit Straßenzulassung darf in Deutschland bauartbedingt nicht schneller als 20 km/h sein. Wer das Limit per Tuning knackt, verliert die Betriebserlaubnis und den Versicherungsschutz.

Du kannst aber sehr wohl dafür sorgen, dass dein Scooter seine 20 km/h auch wirklich erreicht. Und du kannst ein Modell wählen, das mehr Leistungsreserven hat. Genau darum geht es hier.

Was das Gesetz zur E-Scooter-Geschwindigkeit vorgibt

Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) legt die Eckdaten fest:

  • Höchstgeschwindigkeit: bauartbedingt mehr als 6 und höchstens 20 km/h.
  • Dauerleistung: höchstens 500 Watt Nenndauerleistung.
  • Versicherung: Auf öffentlichen Straßen brauchst du eine gültige Versicherungsplakette.
  • ABE: Das Fahrzeug braucht eine Allgemeine Betriebserlaubnis.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Nenn- und Spitzenleistung. Die Spitzenleistung steht für kurzen Durchzug, zum Beispiel am Berg. Sie hebt das Tempolimit nicht an. Der T8 hat etwa 500 W Nenn- und 1.200 W Spitzenleistung und bleibt trotzdem bei 20 km/h.

Warum Tuning keine gute Idee ist

Ob per App, Chip oder Motortausch: Wer die Geschwindigkeit über 20 km/h hebt, verliert die ABE. Der Scooter darf dann nicht mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, und der Versicherungsschutz entfällt. Die Folgen:

  • Bußgeld: Fahren ohne Betriebserlaubnis kostet laut Bußgeldkatalog etwa 70 €.
  • Strafrecht: Fahren ohne Versicherungsschutz kann eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bedeuten.
  • Unfall: Ohne Versicherung zahlst du Schäden im Ernstfall selbst.
  • Technik: Bremsen, Rahmen und Akku sind auf 20 km/h ausgelegt. Mehr Tempo bedeutet einen längeren Bremsweg und mehr Belastung für alle Bauteile.

Anleitungen zum Entdrosseln findest du hier deshalb nicht. Die Hersteller schließen für Schäden und Bußgelder nach eigenmächtigen Änderungen ohnehin jede Haftung aus.

Warum dein E-Scooter die 20 km/h nicht erreicht

Oft fährt ein Scooter langsamer als erwartet, ohne dass etwas defekt ist. Diese Ursachen kannst du legal beheben:

1. Falscher Fahrmodus

Viele Modelle haben Geschwindigkeitsstufen. Der T4 und der T8 bieten 6, 10, 15 und 20 km/h, der i9M 6, 10 und 20 km/h. Prüfe am Display oder in der App, ob die höchste Stufe aktiv ist.

2. Zu wenig Reifendruck

Zu niedriger Druck erhöht den Rollwiderstand. Der Motor muss mehr leisten, und Tempo und Reichweite sinken. Halte dich an den Wert aus dem Handbuch oder von der Reifenflanke und prüfe ihn regelmäßig. Bei Modellen mit Wabenreifen entfällt das Aufpumpen.

3. Akkustand und Temperatur

Bei niedrigem Ladestand und in der Kälte liefert der Akku weniger Leistung. Lade vor längeren Fahrten voll auf, und nutze das Original-Ladegerät.

4. Gewicht und Gepäck

Je höher die Zuladung, desto mehr muss der Motor arbeiten. Beachte die zulässige Zuladung laut ABE-Datenblatt.

5. Steigung und Untergrund

Anstiege, Schotter und Matsch kosten Tempo. Wenn du regelmäßig Hügel fährst, lohnt sich ein Modell mit mehr Leistungsreserve (siehe unten). Hilfreich ist auch unser Ratgeber zur E-Scooter-Steigung.

6. Schleifende Bremsen

Eine falsch eingestellte oder verschmutzte Bremse bremst dauerhaft mit. Prüfe Scheibe und Beläge, und lass sie bei Bedarf einstellen. Passende Ersatzteile für die Bremse findest du in unserem Shop.

7. Alternder Akku

Nach einigen Jahren lässt die Kapazität nach, und die Leistung bricht früher ein. Ein neuer Akku bringt oft spürbar mehr Durchzug als jede Bastelei.

Legal mehr Leistung: das passende Modell wählen

Mehr Tempo gibt es nicht, aber mehr Kraft und Ausdauer. Größere Akkus liefern konstantere Leistung, und Modelle mit starkem Motor ziehen Steigungen deutlich souveräner. Alle Modelle sind auf 20 km/h begrenzt und haben eine ABE.

i9M E9TMax T4 T8
Preis 248,99 € 298,99 € 478,99 € 618,99 €
Motor 420 W Nenn / 500 W Spitze 500 W 500 W Nenn / 1.000 W Spitze 500 W Nenn / 1.200 W Spitze
Akku 270 Wh 360 Wh 600 Wh 720 Wh
Reichweite (Herstellerangabe) 25–30 km 35–40 km 60–70 km 80–100 km
Höchstgeschwindigkeit 20 km/h 20 km/h 20 km/h 20 km/h
Reifen 10" Luftreifen 10" Wabenreifen, pannensicher 10" Offroad-Tubeless 10" Offroad-Luftreifen
Federung Doppelfederung Hinterradfederung vorn + hinten vorn + hinten
Max. Zuladung lt. ABE 133 kg 120 kg 126 kg 128 kg

Reichweite und Steigfähigkeit sind Laborwerte. Im Alltag fallen sie je nach Gewicht, Temperatur und Strecke niedriger aus.

i9M: günstiger Einstieg

Der i9M ist mit 14 kg leicht und faltbar. Mit 10-Zoll-Luftreifen und Doppelfederung fährt er ruhiger als viele Einsteigermodelle. Der 270-Wh-Akku reicht für kürzere Strecken. Wer es noch günstiger will, schaut sich im Vergleich i8M oder i9M an.

E9TMax: mehr Reichweite ohne Pannenrisiko

Der E9TMax kombiniert einen 500-W-Motor mit einem 360-Wh-Akku. Die 10-Zoll-Wabenreifen sind pannensicher und wartungsfrei.

T4: Reserven für Steigungen

Der T4 bietet 1.000 W Spitzenleistung und einen 600-Wh-Akku. Er hat Hinterradantrieb, Federung vorn und hinten sowie mechanische Scheibenbremsen vorne und hinten. Seit dem 20.07. sind Offroad-Tubeless-Reifen verbaut, die App heißt jetzt Voltix.

T8: das stärkste Modell dieser Auswahl

Der T8 hat 1.200 W Spitzenleistung, einen 720-Wh-Akku und Luftreifen mit Federung vorn und hinten. Mit seinem Gewicht von rund 24,5 kg ist er der kräftigste und ausdauerndste Scooter dieser Reihe. Weitere Optionen findest du in der Kategorie Offroad-E-Scooter, alle Modelle in der Übersicht E-Scooter mit Straßenzulassung. Direkt nebeneinander siehst du sie im E-Scooter-Vergleich.

Wenn du nach einem passenden Modell für höheres Gewicht oder anspruchsvolles Gelände suchst, helfen diese Ratgeber: E-Scooter für 150 kg und geländetaugliche E-Scooter.

Sicher fahren: Schutz gehört dazu

Auch bei 20 km/h sind Stürze schmerzhaft. Ein passender Helm ist auch ohne Helmpflicht eine sinnvolle Investition. Mehr zu den Regeln findest du auf unserer Seite zur Gesetzgebung.

FAQs

Darf ich meinen E-Scooter schneller machen?

Nicht für den öffentlichen Straßenverkehr. Wird die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h gehoben, erlischt die ABE, und der Versicherungsschutz entfällt.

Wie schnell darf ein E-Scooter in Deutschland fahren?

Maximal 20 km/h. Die Nenndauerleistung darf höchstens 500 W betragen.

Warum fährt mein E-Scooter nur 15 oder 17 km/h?

Meist sind es Fahrmodus, Reifendruck, Akkustand, Gewicht oder Gelände. Prüfe zuerst die Punkte im Abschnitt „Warum dein E-Scooter die 20 km/h nicht erreicht“.

Gibt es E-Scooter mit Straßenzulassung, die schneller als 20 km/h sind?

Nein, nicht nach der eKFV. Fahrzeuge, die schneller fahren können, gelten als Kraftfahrzeuge mit Führerschein-, Helm- und Versicherungspflicht.

Welcher iScooter hat die meiste Leistung?

Von den hier verglichenen Modellen der T8 mit 1.200 W Spitzenleistung. In der Offroad-Kategorie findest du außerdem den iX7Pro mit Zweifachantrieb.

Fazit

Mehr als 20 km/h sind mit einem straßenzugelassenen E-Scooter nicht drin, ohne Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz zu riskieren. Mit dem richtigen Modus, passendem Reifendruck, einem gesunden Akku und einem Modell mit Leistungsreserve holst du aber alles heraus, was legal möglich ist.


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